„Wo nur Rasenmäher wohnen, haben’s Blumen ganz schön schwer.“
„Ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil“ von Juli Rautenberg, erschienen 2012 bei blanvalet, ist hundertprozentig ein Buch nach meinem Geschmack. Es ist die wahre Geschichte der Autorin, ihres Freundes, des Beziehungsschnittlauchs Eberhard und eines fetten Adoptivkater.
Juli Rautenberg erzählt uns von der Anfangszeit ihrer frischen Beziehung mit Konrad, die neben jeder Menge Hochs und Tiefs auch Eifersucht auf die Ex, die gruseligsten Geschenke, schräges Kennenlernen von Schwiegereltern und einen Haufen peinlicher Situationen enthält. Aber die Hauptrolle spielt die Liebe, die nicht in jedem Moment schön und rosig, aber dafür immer echt ist.
Das Buch sprüht vor Wortwitz und guter Rhetorik. Es hat mich zu einer Premiere animiert, denn ich habe einige Passagen meinem Freund vorgelesen, der sich ebenfalls vor Lachen gekringelt hat. Die witzigen Geschichten sind sehr gut pointiert. Für jeden Monat gibt es ein Kapitel und die Unterkapitel in Tagebuchform mit witzigen Überschriften/Sprüchen finde ich eine sehr gelungene Umsetzung.
Meine persönlichen Lieblingsstellen waren der Vergleich der Facebook-Profilierung mit denen von Promis, Juli’s Definition von Liebe und die Liebeserklärung an Konrad mit allen positiven und negativen Eigenschaften. Aber das absolute Highlight war für mich der Satz: „Wo nur Rasenmäher wohnen, haben’s Blumen ganz schön schwer.“ In den weniger schönen Phasen der jungen Liebe habe ich mit dem Paar gelitten und es ging mir persönlich sehr nahe, was ich als große Kunst der Autorin empfinde.
So eine Freundin wie Juli, zumindest so wie ich sie aus dem Buch kennenlernen durfte, kann man sich nur wünschen, sie ist chaotisch, witzig, schlau, fantasievoll und absolut liebenswert, aber vor allem zu jeder Zeit authentisch. Ich habe mich in sehr vielen Episoden wieder erkannt und fand sehr gelungen, dass Juli mir Antworten auf Fragen und Gedanken lieferte, mit denen ich mir selbst schon einige Nächte um die Ohren geschlagen habe.
Den Vorgänger „12 Monate, 17 Kerle und ein Happy End" (Eichborn Verlag) hab ich schon nach wenigen Seiten bestellt, weil der Witz, der Stil und das Lesevergnügen einfach hochgradig gut sind. Nach dem Bestellen hab ich mir dann angeschaut um was es im Vorgänger geht, nämlich um die Suche nach dem richtigen Kerl, einem Experiment und dessen ausführliche Beschreibung. Das kann nur urkomisch sein… und wie wir jetzt schon wissen, war es ja erfolgreich.
Ich empfehle das Buch uneingeschränkt jeder Frau zwischen 16 und 66, die sich mit guter Literatur amüsieren will und dabei großen Wert auf intelligente Schreibweise legt. Am besten ihr rennt jetzt in den Buchladen eures Vertrauens oder bestellt das Buch gleich direkt beim Verlag: http://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Ich-nehme-alles-zurueck-und-behaupte-das-Gegenteil/Juli-Rautenberg/e400916.rhd?edi=400916 !
Hoffentlich schreibt Juli bald ein Buch über die nächsten Jahre ihrer Liebe und bekommt viele, viele Kinder, die sie jedes Mal auch zu einem Buch motivieren. Oder über Freunde, Nachbarn oder wen auch immer… denn von diesem fantastischen Schreibstil kann ich gar nicht genug bekommen!!!
Samstag, 3. November 2012
Montag, 22. Oktober 2012
"Ausgefressen" von Moritz Matthies
Ray ist ein
Erdmännchen im Berliner Zoo und er erzählt uns im Buch
"Ausgefressen" von Moritz Matthies, 2012 erschienen im Scherz-Verlag, die Geschichte von sich und seinem Clan, seinen Mitbewohnern und einer ominösen Mordserie, in der er zusammen mit einem menschlichen Privatdetektiv ermittelt.
Als Erdmännchen ist Ray zum Observieren, Schnüffeln und Buddeln geboren. Als im Zoo Berlin nach einem Mann gesucht wird und 3 Leichen gefunden werden, sind Ray und seine Familie mittendrin in einem Kriminalfall. Auf die Hilfe der stupiden Flamingos oder der brutalen Gorillas kann Ray nicht zählen. Auch der Großteil seines Clans ist mehr an Fortpflanzung interessiert als an Detektivarbeit. Aber mit dem Alkoholiker Phil versucht Ray den Fall zu lösen.
Allein das Cover und der Klappentext haben mich magisch angezogen. Ich bin Dauerzoo-Besucher und an jeglicher Tierliteratur interessiert. Wenn sie dann noch witzig ist, ist es genau richtig. Dass "Carlos aus >Hummeldumm< das Buch empfielhlt, war für mich das schlagende Kaufargument.
In 20 Kapiteln auf 270 Seiten war ich hin und hergerissen. Einerseits fand ich die Idee wirklich gut und ich hab mich amüsiert wie sozialkritisch Ray ist. Aber andererseits hab ich mich geärgert wieviel Blödsinn da teilweise steht. Klar ist künstlerische Freiheit wichtig, aber Inzucht im Zoo muss man nicht positiv hervorheben, auch nicht, wenn es lustig sein soll, und Berggorillas gibt es in keinem Zoo, auch gibts in Berlin keine Gnus. Auch ist eine derartig große Population an Erdmännchen unrealistisch, ebenso wie teilweise die Wege die Ray gelaufen ist. Etwas mehr Recherche hätte da sehr gut getan.
Gut fand ich, dass sehr menschliche Themen behandelt wurden, Eifersucht, Betrug, Alkoholismus können auch in einem scheinbar lustigen Buch gut untergebracht werden.
Alles in allem fand ich das Buch mittelmäßig. Es las sich sehr fließend und ab und zu hab ich ein wenig geschmunzelt, aber ich habe bei Weitem mehr erwartet.
"Ausgefressen" von Moritz Matthies, 2012 erschienen im Scherz-Verlag, die Geschichte von sich und seinem Clan, seinen Mitbewohnern und einer ominösen Mordserie, in der er zusammen mit einem menschlichen Privatdetektiv ermittelt.
Als Erdmännchen ist Ray zum Observieren, Schnüffeln und Buddeln geboren. Als im Zoo Berlin nach einem Mann gesucht wird und 3 Leichen gefunden werden, sind Ray und seine Familie mittendrin in einem Kriminalfall. Auf die Hilfe der stupiden Flamingos oder der brutalen Gorillas kann Ray nicht zählen. Auch der Großteil seines Clans ist mehr an Fortpflanzung interessiert als an Detektivarbeit. Aber mit dem Alkoholiker Phil versucht Ray den Fall zu lösen.
Allein das Cover und der Klappentext haben mich magisch angezogen. Ich bin Dauerzoo-Besucher und an jeglicher Tierliteratur interessiert. Wenn sie dann noch witzig ist, ist es genau richtig. Dass "Carlos aus >Hummeldumm< das Buch empfielhlt, war für mich das schlagende Kaufargument.
In 20 Kapiteln auf 270 Seiten war ich hin und hergerissen. Einerseits fand ich die Idee wirklich gut und ich hab mich amüsiert wie sozialkritisch Ray ist. Aber andererseits hab ich mich geärgert wieviel Blödsinn da teilweise steht. Klar ist künstlerische Freiheit wichtig, aber Inzucht im Zoo muss man nicht positiv hervorheben, auch nicht, wenn es lustig sein soll, und Berggorillas gibt es in keinem Zoo, auch gibts in Berlin keine Gnus. Auch ist eine derartig große Population an Erdmännchen unrealistisch, ebenso wie teilweise die Wege die Ray gelaufen ist. Etwas mehr Recherche hätte da sehr gut getan.
Gut fand ich, dass sehr menschliche Themen behandelt wurden, Eifersucht, Betrug, Alkoholismus können auch in einem scheinbar lustigen Buch gut untergebracht werden.
Alles in allem fand ich das Buch mittelmäßig. Es las sich sehr fließend und ab und zu hab ich ein wenig geschmunzelt, aber ich habe bei Weitem mehr erwartet.
Sonntag, 21. Oktober 2012
"Glücksallergie" von Pascale Graff
Bei "Glücksallergie" von Pascale Graff, erschienen 2012 bei
Amelie/Schwarzkopf-Schwarzkopf handelt es sich um typische
Frauenliteratur. Es erzählt die Geschichte von der 35 jährigen Patrizia,
die glaubt unter einer Glücksallergie zu leiden und sich deshalb
regelmäßig mit einem befreundeten Psychotherapeuten trifft.
Patrizia ist eine sehr neurotische Person, die von einem Fettnapf in den nächsten trampelt und ihr Leben danach ausrichtet, was sie denkt, was man von ihr erwartet. Sie lernt einen Traumprinzen kennen mit dem sie eine Beziehung eingeht. Er ist Schwiegermutter's Liebling und will Patrizia sogar heiraten. Doch Patrizia verbiegt sich völlig, sie präsentiert ihm nichts von Ihrem wahren Ich, sondern gibt nur preis, was in sein Weltbild passt. Das wahre Ich lernt nur ihr Psychotherapeut kennen. Völlig klar, dass das nicht lange gut gehen kann...
Das Buch las ich zwar, aber umgehauen hat es mich nicht. Relativ schnell wird klar in welche Richtung es geht und es kam keinerlei Spannung auf. Es gibt nichts was es in ähnlicher Literatur nicht schon gab. Patrizia ist mir bis zum Ende nicht wirklich sympathisch, sie war für mich nicht greifbar. Ihre Gefühle und Gedanken äußert sie zwar ununterbrochen, aber das wirkt alles aufgesetzt. Dem Psychotherapeuten hingegen hab ich geglaubt was er sagte.
Das Cover reißt es dann auch nicht mehr raus. Es ist niedlich, aber Tiere auf Covern sind ja auch besonders verkaufsfördernd. Ich persönlich finde es schade, dass man ein Glücksschwein missbraucht um den Verkauf anzukurbeln, wenn aber im Buch selbst kein Tier vorkommt. Klar Symbolik ist wichtig, aber ein Schwein in Gummistiefeln würde auch gut in einen lustigen Bauernhofroman passen.
Der Stil dagegen ist okay, es liest sich sehr flüssig und man kommt schnell voran.
Schade, dass das Buch von mir nur 2 von 5 Sternen bekommt, denn die Idee an sich ist nicht schlecht, mir gefielen sogar die Ansätze der Psychotherapie, nur konnte ich mich nicht mit der Protagonistin identifizieren und Freunde wären wir eher auch nicht geworden.
Patrizia ist eine sehr neurotische Person, die von einem Fettnapf in den nächsten trampelt und ihr Leben danach ausrichtet, was sie denkt, was man von ihr erwartet. Sie lernt einen Traumprinzen kennen mit dem sie eine Beziehung eingeht. Er ist Schwiegermutter's Liebling und will Patrizia sogar heiraten. Doch Patrizia verbiegt sich völlig, sie präsentiert ihm nichts von Ihrem wahren Ich, sondern gibt nur preis, was in sein Weltbild passt. Das wahre Ich lernt nur ihr Psychotherapeut kennen. Völlig klar, dass das nicht lange gut gehen kann...
Das Buch las ich zwar, aber umgehauen hat es mich nicht. Relativ schnell wird klar in welche Richtung es geht und es kam keinerlei Spannung auf. Es gibt nichts was es in ähnlicher Literatur nicht schon gab. Patrizia ist mir bis zum Ende nicht wirklich sympathisch, sie war für mich nicht greifbar. Ihre Gefühle und Gedanken äußert sie zwar ununterbrochen, aber das wirkt alles aufgesetzt. Dem Psychotherapeuten hingegen hab ich geglaubt was er sagte.
Das Cover reißt es dann auch nicht mehr raus. Es ist niedlich, aber Tiere auf Covern sind ja auch besonders verkaufsfördernd. Ich persönlich finde es schade, dass man ein Glücksschwein missbraucht um den Verkauf anzukurbeln, wenn aber im Buch selbst kein Tier vorkommt. Klar Symbolik ist wichtig, aber ein Schwein in Gummistiefeln würde auch gut in einen lustigen Bauernhofroman passen.
Der Stil dagegen ist okay, es liest sich sehr flüssig und man kommt schnell voran.
Schade, dass das Buch von mir nur 2 von 5 Sternen bekommt, denn die Idee an sich ist nicht schlecht, mir gefielen sogar die Ansätze der Psychotherapie, nur konnte ich mich nicht mit der Protagonistin identifizieren und Freunde wären wir eher auch nicht geworden.
Mittwoch, 17. Oktober 2012
„Donnerstags im Fetten Hecht“ von Stefan Nink
„Donnerstags im Fetten Hecht“ ist das Romandebüt von Stefan Nink,
erschienen 2012 im Limes-Verlag.
Es erzählt die Geschichte von Siebeneisen, der für seinen Freund sieben Verwandte ausfindig macht, die auf der ganzen Welt verstreut sind, damit alle zusammen ein mächtiges Erbe antreten können. Siebeneisen kennt die Welt nur aus seiner NationalGeographic-Sammlung. Die Reise führt ihn und den Leser auf 421 Seiten von Oer-Erkenschwick nach Australien, Nepal, Antarktis, New Orleans, Südafrika, Mongolei, China und Irland.
Der Stil ist sehr außergewöhnlich. Ich wusste von Anfang an, dass ich dieses Buch nicht in 3 Tagen schaffen könnte, denn die Sätze sind so pickepackevoll mit Infos, das liest sich nicht mal so eben nebenbei. Aber nach wenigen Kapiteln hab ich mich daran gewöhnt und genoss es beim Lesen viel zu Lernen. Sehr gut hat mir gefallen, dass wirklich jede Gegend der Welt sehr authentisch, wenn auch teilweise überspitzt, aber immer noch auf eine sympathische Art beschrieben wurde und es sich überall anders angefühlt hat. Der Humor spielt im Buch eine tragende Rolle und ich habe sehr oft laute Lacher produziert, denn die Witze kamen völlig unerwartet und sehr gut pointiert. Zwischendurch wird die Geschichte immer wieder von Emails oder Facebook-Nachrichten unterstützt, was nicht nur sehr modern und witzig, sondern auch ein tolles Stilmittel ist oder es kommt zu spannenden Perspektivwechseln, die das Lesevergnügen noch um einiges steigern.
Das Cover ist wirklich sehr gelungen. Es hat was von Kneipe (Bierdeckel, Flaschenöffner, Kronkorken), aber die Kombination aus dem knalligen Orange und den Farben des Bierdeckels, der die Weltkarte zeigt ist ein echter Eyecatcher!!!
Meine persönlichen Highlights waren die Tiere, die im Buch vorkamen: ein boxendes Känguruh, ein angreifender Geier, ein cholerisches Nashorn, ein sehr besonderer Löwe… ich hab mich scheckig gelacht!!!
Mein Fazit zum Buch: Ich bin stolz auf meine NationalGeographic-Sammlung, denn wie man an Siebeneisen sieht, kann man daraus viel lernen, was man später mal braucht. Das Buch hat mir viel Freude bereitet und ich weiß jetzt welche Orte auf der Welt ich mehr oder weniger selbst sehen will. Das Buch ist sehr gut geeignet für humorvolle Leser, die selbst gerne die Welt bereisen oder es in Form von Büchern tun.
Es erzählt die Geschichte von Siebeneisen, der für seinen Freund sieben Verwandte ausfindig macht, die auf der ganzen Welt verstreut sind, damit alle zusammen ein mächtiges Erbe antreten können. Siebeneisen kennt die Welt nur aus seiner NationalGeographic-Sammlung. Die Reise führt ihn und den Leser auf 421 Seiten von Oer-Erkenschwick nach Australien, Nepal, Antarktis, New Orleans, Südafrika, Mongolei, China und Irland.
Der Stil ist sehr außergewöhnlich. Ich wusste von Anfang an, dass ich dieses Buch nicht in 3 Tagen schaffen könnte, denn die Sätze sind so pickepackevoll mit Infos, das liest sich nicht mal so eben nebenbei. Aber nach wenigen Kapiteln hab ich mich daran gewöhnt und genoss es beim Lesen viel zu Lernen. Sehr gut hat mir gefallen, dass wirklich jede Gegend der Welt sehr authentisch, wenn auch teilweise überspitzt, aber immer noch auf eine sympathische Art beschrieben wurde und es sich überall anders angefühlt hat. Der Humor spielt im Buch eine tragende Rolle und ich habe sehr oft laute Lacher produziert, denn die Witze kamen völlig unerwartet und sehr gut pointiert. Zwischendurch wird die Geschichte immer wieder von Emails oder Facebook-Nachrichten unterstützt, was nicht nur sehr modern und witzig, sondern auch ein tolles Stilmittel ist oder es kommt zu spannenden Perspektivwechseln, die das Lesevergnügen noch um einiges steigern.
Das Cover ist wirklich sehr gelungen. Es hat was von Kneipe (Bierdeckel, Flaschenöffner, Kronkorken), aber die Kombination aus dem knalligen Orange und den Farben des Bierdeckels, der die Weltkarte zeigt ist ein echter Eyecatcher!!!
Meine persönlichen Highlights waren die Tiere, die im Buch vorkamen: ein boxendes Känguruh, ein angreifender Geier, ein cholerisches Nashorn, ein sehr besonderer Löwe… ich hab mich scheckig gelacht!!!
Mein Fazit zum Buch: Ich bin stolz auf meine NationalGeographic-Sammlung, denn wie man an Siebeneisen sieht, kann man daraus viel lernen, was man später mal braucht. Das Buch hat mir viel Freude bereitet und ich weiß jetzt welche Orte auf der Welt ich mehr oder weniger selbst sehen will. Das Buch ist sehr gut geeignet für humorvolle Leser, die selbst gerne die Welt bereisen oder es in Form von Büchern tun.
Dienstag, 9. Oktober 2012
"Mama Cool" von Wiebke Busch
"Mama Cool" von Wiebke Busch, erschienen 2012 bei Amelie / Schwarzkopf&Schwarzkopf erzählt die Geschichte von Lisa, die zwar eine glückliche, moderne Mama aber keinesfalls eine Übermutter, Glucke oder Nur-noch-Muddi werden will.
Lisa ist eine junge erfolgreiche Texterin in der Hamburger Werbebranche und lebt ihr Leben mit viel Feiern, Alkohol und den dazugehörigen Katern. Doch irgendwann sehnt sie sich nach Familienglück und erobert sich mühsam ihren Traumtypen. Zusammen feiern sie ebenfalls als wenns kein Morgen gäbe. Doch irgendwann beschließen beide, dass es Zeit für Nachwuchs wäre. Kaum geplant ist Lisa schwanger und damit in einer völlig neuen Lebensphase. Alles dreht sich um ihren kleinen Wurm im Bauch. Aber ist damit ihr komplettes Lotterleben Geschichte???
Ich bin großer Fan von Schwarzkopf&Schwarzkopf und beim Durchstöbern des Verlagsprogramms fiel mir dieses Buch auf. Eine coole Mama zu sein ist eine tolle Vorstellung, denn fast alle Bekannten und Freundinnen, die schon Mamas geworden sind, haben ihr Feiermaus-Image gegen ein Wesen eingetauscht, dessen komplette Welt sich um den Nachwuchs dreht und seine eigene Persönlichkeit ganz hinten angestellt, wenn nicht sogar aufgegeben.
Das Buch hatte ich in 2 Tagen durch, denn es liest sich sehr fließend. Der Schreibstil ist gut gelungen und man macht jede Menge Höhen und Tiefen mit Lisa durch.
Zwar hat mich persönlich gestört, dass Lisa nach der Hälfte des Buches noch nicht mal einen potentiellen Vater für ein Kind hat, sondern es ausschließlich um ihr Partyleben geht , aber die zweite Hälfte des Buches war dafür so intensiv und mitreißend, dass das Buch am Ende trotzdem 4 von 5 Sternen erhält. Besonders gut haben mir die Episoden gefallen als das Kind kam, ich habe mitgelitten und geheult. Trotz der sehr detaillierten Beschreibungen hab ich immernoch Lust das selbst zu erleben. Prima fand ich auch, dass im Buch das Theme Baby-Blues behandelt wird und dass nicht vertuscht wird, dass nicht alles Friede-Freude-Eierkuchen ist. etwas beängstigt hat mich der Bericht, dass man als stillende Mutter quasi einen Gedächtnisverlust mitmacht und sich nicht mehr aufs Lesen konzentrieren kann. Aber offenbar ist das kein Dauerzustand, sonst wär das Buch ja nicht entstanden.
Ich empfehle das Buch allen Mädels, die mal Mama werden wollen, denn es vermittelt, dass man sich selbst dabei nicht verlieren muss.
Samstag, 22. September 2012
Bloggeraktion zum neuen Buch von Ursula Poznanski
Sie ist beliebt, privilegiert und talentiert. Sie ist Teil eines Systems, das sie schützt und versorgt. Und sie hat eine glänzende Zukunft vor sich – Rias Leben könnte nicht besser sein.
Doch dann wendet sich das Blatt: Mit einem Mal sieht sich Ria einer ihr feindlich gesinnten Welt gegenüber und muss ums Überleben kämpfen. Es beginnt ein Versteckspiel und eine atemlose Flucht durch eine karge, verwaiste Landschaft.
Verzweifelt sucht Ria nach einer Erklärung, warum ihre Existenz plötzlich in Trümmern liegt. Doch sie kann niemandem mehr vertrauen, sie ist ganz auf sich allein gestellt.
„Die Verratenen“ ist der erste Band einer Trilogie.
Mehr Infos rund ums Buch unter:
www.Ursula-Poznanski.de
Mittwoch, 19. September 2012
"Die Sauerei geht weiter..." von Jörg Nießen
Humorvolle Helfer hinter den Kulissen
Es gibt mittlerweile unzählige Bücher, die uns Leser hinter
die Kulissen der verschiedensten Berufe blicken lassen… aber fast alle haben
eins gemeinsam: ich hab kaum eins zuende gelesen, weil sich spätestens nach der
Hälfte entweder alles wiederholt oder ich vor Langeweile umkam und meine
Berufswahl nicht bereut hab.
Ganz anders ergeht es mir, wenn ich das nun endlich bei
Schwarzkopf&Schwarzkopf erschienene zweite Buch von Jörg Nießen „Die
Sauerei geht weiter…“ lese. Ich krieg gar nicht genug von den wahren Geschichten
aus dem Alltag eines Lebensretters. Dabei sind es nicht nur die teils sehr
skurilen Ereignisse, von denen der Rettungssanitäter erzählt, es ist vorallem
das WIE!!! Ich liebe den Wortwitz, die Doppeldeutigkeiten, das spürbare schelmische
Grinsen und die Rhetorik dieses Typen. Von mir aus könnte er noch zehn Bücher
schreiben, ich würde sie alle verschlingen! Auch wenn er nur erzählen würde,
wie er Entenküken über die Strasse hilft, er würde es auf seine derartig
geniale, besondere Art und Weise tun! Faszinierend finde ich auch, dass ich
keinen Moment das Gefühl habe einem „Geschichtenerzähler“ auf den Leim gegangen
zu sein. Ich glaube huntertprozentig was Jörg Nießen berichtet.
Auch dieses Buch hab ich wieder in einem Rutsch gelesen,
denn man kann es einfach nicht weglegen. Ich glaube fest daran, dass dieser
zweite Teil an den Erfolg des ersten anknüpft und hoffe sehr, dass sowohl Jörg
Nießen als auch der Verlag nie müde werden noch mehr zu veröffentlichen!!!
Besonders gut haben mir diesmal die Illustrationen gefallen, die jeden einzelnen Fall perfekt auf den Punkt bringen und das ganze Buch noch auflockern!
Besonders gut haben mir diesmal die Illustrationen gefallen, die jeden einzelnen Fall perfekt auf den Punkt bringen und das ganze Buch noch auflockern!
Ich empfehle das Buch einfach jedem!!! Zum einen erhält man
viele neue Einblicke hinter sonst verschlossene Türen und zum anderen lernt man
den Respekt, den wir dieser Berufsgruppe entgegen bringen sollten, denn eines
Tages werden sie auch uns aus der Patsche helfen! Und von erstklassigem Humor
kann man sowieso nie genug haben!!! Chapeau und Au revoir!
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